Märchenfiguren im Garten: Von den Brüdern Grimm bis in Ihr Beet
Ein Zwerg im Vorgarten ist für die meisten Menschen einfach ein Gartenzwerg. Sieben Zwerge im Vorgarten sind etwas anderes: Da erkennt jeder sofort eine Geschichte. Genau darin liegt der Unterschied zwischen Dekoration und Märchenfiguren – die eine schmückt, die andere erzählt.
Dieser Beitrag geht der Frage nach, woher diese Geschichten kommen, warum sie nach zweihundert Jahren immer noch funktionieren, und wie sich daraus im eigenen Garten etwas machen lässt.
Woher Märchen kommen
Märchen sind älter als jedes Buch, in dem sie stehen. Über Jahrhunderte wurden sie mündlich weitergegeben – am Feuer, bei der Handarbeit, auf dem Feld. Erzählt wurde meist für Erwachsene; die Vorstellung vom Märchen als reiner Kinderliteratur ist verhältnismäßig jung.
Man unterscheidet zwei Formen. Das Volksmärchen hat keinen bekannten Verfasser, es wurde überliefert und dabei von jedem Erzähler ein wenig verändert. Das Kunstmärchen stammt von einem namentlich bekannten Autor – Hans Christian Andersen etwa oder Wilhelm Hauff.
Erste gedruckte Sammlungen entstanden in Italien und Frankreich: Giambattista Basile veröffentlichte im 17. Jahrhundert neapolitanische Erzählungen, Charles Perrault brachte 1697 in Frankreich seine Sammlung heraus – darin bereits Rotkäppchen, Dornröschen und Aschenputtel. Was die Grimms später aufschrieben, war also keine deutsche Erfindung, sondern ein europäischer Erzählschatz mit weit älteren Wurzeln.
Die Brüder Grimm – und warum das für uns naheliegt
Jacob Grimm wurde 1785 in Hanau geboren, Wilhelm ein Jahr später ebenfalls. Ihre Kindheit verbrachten die Brüder in Steinau an der Straße. Beide Orte liegen im Main-Kinzig-Kreis – dem Landkreis, in dem auch unser Betrieb sitzt. Die Deutsche Märchenstraße, die von Hanau bis nach Bremen führt, beginnt praktisch vor unserer Haustür.
Als Sprachwissenschaftler sammelten die Brüder Erzählungen, weil sie darin die ältesten Schichten der deutschen Sprache vermuteten. 1812 erschien der erste Band der Kinder- und Hausmärchen, 1815 der zweite. Bis 1857 überarbeiteten sie das Werk sieben Mal – dabei wurden die Texte nach und nach behutsamer, kindgerechter und erzählerisch geschliffener.
Der Erfolg war beispiellos. Die Kinder- und Hausmärchen sind eines der meistübersetzten Bücher der Welt und stehen seit 2005 im UNESCO-Weltdokumentenerbe. Wer heute „Es war einmal" sagt, zitiert die Grimms, ob er will oder nicht.
Warum Märchen bis heute wirken
Man könnte annehmen, dass Erzählungen aus einer Welt von Spinnrädern und Waldwegen ihre Zeit hinter sich haben. Das Gegenteil ist der Fall, und dafür gibt es Gründe.
Märchen ordnen die Welt. Gut und Böse sind klar verteilt, Mut wird belohnt, Hochmut bestraft. Für Kinder, die die Welt gerade erst sortieren, ist das kein Klischee, sondern eine Hilfe.
Sie verhandeln echte Ängste in sicherer Form. Verlassenwerden, Bedrohung, Fremdheit – all das kommt vor, aber es geht gut aus. Genau deshalb wollen Kinder dieselbe Geschichte zwanzig Mal hören: Sie üben etwas, und sie wissen, wie es endet.
Sie sind gemeinsamer Besitz. Ein Märchen kennen Großeltern, Eltern und Enkel gleichermaßen. In einer Zeit, in der jede Generation ihre eigenen Serien schaut, ist das selten geworden.
Sie stecken in der Sprache. Wer vom „Aschenputtel-Dasein" spricht oder von jemandem, der „auf der faulen Haut liegt", greift auf Märchen zurück, ohne es zu merken.
Schneewittchen und die sieben Zwerge
Kein Märchen hat den deutschen Garten so geprägt wie dieses. Die Verbindung ist historisch gewachsen: Der Gartenzwerg entstand im 19. Jahrhundert als Figur des Bergmanns und Erdgeistes – Wesen, die unter Tage arbeiten und Schätze hüten. Schneewittchens sieben Zwerge tun im Märchen genau das: Sie sind Bergleute, die morgens in den Berg gehen und abends mit Hacke und Laterne zurückkehren.
Deshalb passen die klassischen Motive so genau: der Zwerg mit Laterne, der Waldarbeiter mit Axt, der Zwerg mit Säge. Dazu die friedlicheren Motive: der Zwerg mit Pilzen, der Zwerg mit Vogel, der Angler und der Musiker mit Harmonika.
Wer die vollständige Gruppe möchte, greift zum Satz mit allen sieben Zwergen. Schneewittchen selbst gibt es in drei Größen – mit 40 cm, 42 cm und 55 cm. Am einfachsten ist das komplette Set aus Schneewittchen und sieben Zwergen – hier stimmen die Proportionen von vornherein.
Kleiner und günstiger sind die 18-cm-Zwerge mit Laterne, mit Hammer oder mit Besen und Eimer. Sie eignen sich gut, wenn eine Gruppe nach und nach wachsen soll oder Kinder eigene Figuren aussuchen dürfen. Von diesen Modellen halten wir Restbestände – sie werden nicht nachproduziert.
Andere Märchen im Garten
Rotkäppchen ist nach Schneewittchen das bekannteste Motiv und funktioniert im Garten besonders gut, weil es aus zwei Figuren besteht. Erst das Gegenüber erzählt die Geschichte: Rotkäppchen und der Wolf gibt es einzeln oder als Satz. Stellen Sie die beiden mit einigen Metern Abstand auf, mit einer Hecke oder einem Strauch dazwischen – dann entsteht die Spannung von selbst.
Der Froschkönig gehört ans Wasser. Am Teichrand oder an einem Brunnen ist er nicht nur Dekoration, sondern sitzt genau dort, wo er hingehört. Unser Froschkönig mit Bewegungsmelder quakt, sobald jemand vorbeikommt – bei Kindern zuverlässig ein Erfolg.
Die Hexe mit Besen aus Hänsel und Gretel ist die Figur mit der größten Wirkung auf kleinem Raum. Sie braucht einen Platz, der zu ihr passt: eine schattige Ecke, ein alter Baum, eine Stelle abseits des Wegs. Im Oktober ist sie zugleich die naheliegende Halloween-Dekoration.
Eine Märchenecke anlegen
Der häufigste Fehler ist, Figuren gleichmäßig über den Garten zu verteilen. Dann wirkt jede für sich – aber es entsteht keine Geschichte.
Gruppieren statt verteilen. Sieben Zwerge nebeneinander in einer Reihe sehen aus wie eine Aufstellung. Als Gruppe unter einem Strauch, ein paar davon abgewandt, wirken sie wie eine Szene.
Den Ort die Geschichte erzählen lassen. Zwerge gehören unter Bäume und zwischen Farne, nicht mitten auf den Rasen. Der Frosch ans Wasser, die Hexe in den Schatten. Wo die Umgebung passt, braucht es weniger Figuren für mehr Wirkung.
Größen abstufen. Eine große Figur als Anker, kleinere davor – das erzeugt Tiefe. Gleich hohe Figuren nebeneinander wirken flach.
Blickachsen nutzen. Eine Figur, die man erst beim Näherkommen entdeckt, bleibt länger im Gedächtnis als eine, die vom Gartentor aus sichtbar ist. Gerade bei Kindern lohnt es sich, etwas zum Finden zu lassen.
Nicht überladen. Drei Figuren, die zusammengehören, wirken stärker als zwölf, die nichts miteinander zu tun haben.
Material und Pflege
Unsere Märchenfiguren bestehen aus hochwertigem Kunststoff. Das Material ist bruchfest und frostsicher, sodass die Figuren ganzjährig draußen bleiben können – ein Vorteil gegenüber Keramik, die bei Frost springt, und gegenüber Beton, der deutlich schwerer zu bewegen ist.
Die verwendeten Farben sind lösungsmittelfrei. Gefertigt wird in handwerklicher Arbeit in einem deutschen Traditionsbetrieb, nicht in industrieller Massenfertigung.
Zur Pflege genügt Abwaschen mit lauwarmem Wasser und einer weichen Bürste. Verzichten Sie auf Scheuermittel und Hochdruckreiniger – beides greift die Bemalung an. Wer die Farben besonders lange leuchtend halten möchte, stellt die Figuren nicht in die volle Mittagssonne oder holt sie über den Winter unter ein Dach. Nötig ist das nicht, es verlängert aber die Lebensdauer der Farben.
Märchen sind kein Kinderkram
Eine Märchenecke im Garten wird oft mit dem Argument angelegt, die Enkel hätten Freude daran. Das stimmt – aber es ist nicht der ganze Grund. Menschen bleiben vor diesen Figuren stehen, weil sie etwas wiedererkennen, das sie seit ihrer eigenen Kindheit kennen. Zweihundert Jahre nach den Grimms hat sich daran wenig geändert.
Das vollständige Sortiment finden Sie unter Märchen und Sieben Gartenzwerge. Weitere Zwerge nach Größe sortiert stehen in den Kategorien 10–19 cm und 20–29 cm, Figuren mit Überraschungseffekt bei den Gartenzwergen mit Bewegungsmelder.
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