Nisthöhlen in Rot und Grün: Vogelschutz mit Farbe im Garten
Nisthilfen sind traditionell braun. Das hat einen praktischen Grund – Holzbeton ist von Natur aus erdfarben – aber keinen zwingenden. Seit einiger Zeit führen wir viele Schwegler-Nisthöhlen zusätzlich in Rot und Grün. Damit lässt sich Vogelschutz gestalten, statt ihn nur zu betreiben.
Stört die Farbe die Vögel?
Die Frage kommt bei uns am häufigsten – und die Antwort ist beruhigend: Nein.
Vögel wählen ihren Brutplatz nach ganz anderen Kriterien aus: Fluglochgröße, Tiefe des Brutraums, Standort, Anflugweg, Schutz vor Fressfeinden und Witterung. Die Außenfarbe spielt dabei keine Rolle. Entscheidend ist, was drinnen passiert – und dort ändert sich nichts: Der Brutraum bleibt dunkel, das Material bleibt derselbe atmungsaktive Holzbeton, das Innenklima bleibt unverändert.
Die farbigen Höhlen sind durchgefärbt, nicht lackiert. Es gibt keine Beschichtung, die abplatzen oder ausdünsten könnte, und die Farbe bleicht über die Jahre nur langsam aus. Nach mehreren Saisons draußen wird sie matter – mehr passiert nicht.
Rot oder Grün – wann welche Farbe
Die beiden Farben leisten Gegensätzliches, und genau darin liegt der Nutzen.
Grün verschwindet. In einer Hecke, an einer efeubewachsenen Wand oder zwischen Nadelgehölzen fügt sich eine grüne Nisthöhle so ein, dass man sie kaum bemerkt. Das ist die Wahl für alle, die Nisthilfen aufhängen wollen, ohne dass der Garten nach Ausrüstung aussieht. Auch an Ferienhäusern und in Vorgärten, die von der Straße einsehbar sind, ist Grün oft die diskretere Lösung.
Rot setzt einen Punkt. Vor dunklem Holz, an einer grauen Mauer oder in einem winterkahlen Obstbaum ist eine rote Höhle ein Farbtupfer, der von Weitem wirkt – gerade im Winter, wenn im Garten sonst wenig Farbe ist. Wer den Vogelschutz sichtbar machen möchte, greift zu Rot.
Ein praktischer Nebeneffekt: Wer mehrere Höhlen auf einem größeren Grundstück verteilt hat, findet sie über die Farbe schneller wieder – und kann sich die jährliche Reinigungsrunde damit merklich erleichtern. Auf Streuobstwiesen und Vereinsflächen ist das mehr wert, als es zunächst klingt.
Die Modelle im Überblick
Typ 1B – die klassische Höhlenform
Mit ovalem Flugloch von 29 × 55 mm, das besonders von Gartenrotschwänzen angenommen wird: in Rot und in Grün. Mit rundem 26-mm-Flugloch und zusätzlichem Räuberschutz gibt es die rote Variante – das kleine Flugloch schützt Meisen vor größeren Konkurrenten.
Typ 2M – freihängend
Die vielseitigste Höhle im Programm, in Grün mit FG-Aufhängung und mit FO-Aufhängung, jeweils mit 32-mm-Flugloch für Kohlmeise und Kleiber. In Rot mit kleinerem 26-mm-Flugloch: einzeln, im Zweiersatz oder im Vierersatz.
Typ 2GR – mit Katzen- und Marderschutz
Ovales Flugloch 30 × 45 mm, verlängerter Brutraum – die Konstruktion hält Katzenpfoten und Marderschnauzen vom Nest fern. In Rot und Grün, jeweils auch als Zweiersatz rot, Zweiersatz grün, Vierersatz rot und Vierersatz grün.
Halbhöhle 2HW – für Nischenbrüter
Halbhöhlen sind vorn offen und werden von Rotkehlchen, Bachstelzen und Hausrotschwänzen angenommen – Arten, die keine geschlossene Höhle nutzen. Der Brutraumeinsatz macht sie trotz offener Front räubersicher: in Rot und Grün.
Waschbärschutz: warum das ein Thema geworden ist
Der Waschbär hat sich in Deutschland stark ausgebreitet und ist inzwischen auch in Städten und Siedlungen verbreitet. Für Höhlenbrüter ist er ein ernstes Problem: Anders als Katze oder Marder hat er greiffähige Vorderpfoten und kommt damit durch Fluglöcher, die anderen Räubern verschlossen bleiben.
Die Nisthöhle 2GR-WBS hat einen integrierten Waschbärschutz, der genau das verhindert. Erhältlich in Rot, Grün und klassisch Braun, als Zweiersatz in Rot und Grün.
Wenn Sie in Ihrer Region Waschbären beobachten, ist dieses Modell die richtige Wahl – auch wenn bisher nichts passiert ist.
Die Sets
Wer den Garten in einem Zug ausstattet, fährt mit einem Set besser: Die enthaltenen Höhlen sind so kombiniert, dass sie unterschiedliche Vogelarten ansprechen, statt derselben Art mehrere Angebote zu machen.
- 3er-Set Rot: 2HW, 3SV und 2GR-WBS – die räubersicherste Zusammenstellung, mit Halbhöhle, Starenhöhle und Waschbärschutz
- 3er-Set Rot: 1B oval, 1B mit 26 mm und 2GR – drei verschiedene Fluglochgrößen für ein breites Artenspektrum
- 3er-Set Grün: 1B, 2M und 2GR – die zurückhaltende Variante für kleine Gartenvögel
- 2er-Set Rot: 1B mit 26 mm und 2GR-WBS – der kompakte Einstieg mit Räuberschutz
Farben mischen oder einheitlich bleiben?
Beides funktioniert, führt aber zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Einheitlich wirkt ruhiger und wie ein durchdachtes Konzept. Auf kleineren Grundstücken die bessere Wahl.
Gemischt lohnt sich, wenn die Standorte verschieden sind: Grün dort, wo die Höhle in der Hecke verschwinden soll, Rot dort, wo sie als Blickpunkt am kahlen Obstbaum sitzt. Auf größeren Flächen hilft die Farbe zusätzlich beim Wiederfinden.
Anbringen und pflegen
Für die Farbe ändert sich an den Grundregeln nichts: mindestens zwei Meter Höhe, Flugloch nach Osten oder Südosten, ruhiger und windgeschützter Standort, freier Anflug und je nach Art zehn bis fünfzehn Meter Abstand zwischen den Höhlen. Der beste Zeitraum zum Aufhängen liegt zwischen Oktober und Februar.
Wie Sie Höhlen sicher und ohne Leiter in größerer Höhe anbringen – und ebenso einfach zur jährlichen Reinigung wieder abnehmen –, haben wir in unserem Beitrag Nisthöhlen richtig anbringen beschrieben.
Das vollständige Sortiment finden Sie unter Nisthöhlen, weitere Nisthilfen unter Vogelschutz & Nisthilfen. Passend dazu: Futtersäulen für den Winter und eine Vogeltränke für den Sommer.
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